Stand: Juni 2026
Welche Büroarten gibt es?
Die gängigen Büroarten lassen sich in zwei Gruppen teilen: klassische Büroarten, die Du als festen Raum oder Fläche meist über einen klassischen Mietvertrag mietest, und flexible Büroarten, die Du als Service oder Mitgliedschaft mit kurzen Laufzeiten buchst. Zur ersten Gruppe gehören Einzelbüro, Doppelbüro, Teambüro, Gruppenbüro, Großraumbüro, Multispace-Büro, Kombibüro, Zellenbüro und die ganze Büroetage. Zur zweiten Gruppe zählen Coworking Space, Flex Office, Serviced Office, Bürogemeinschaft, Tagesbüro, Hot Desk, Fix Desk, Desk-Sharing und das virtuelle Büro.
Im Alltag zählt weniger die Architektur als die Frage, wie Du den Raum mietest und mit wie vielen Personen Du ihn nutzt. Die folgende Übersicht ordnet jede Büroart nach dieser praktischen Logik.
Inhaltsverzeichnis
Klassische Büroarten: vom Einzelbüro bis zur Büroetage
Klassische Büroarten sind feste, abgetrennte Räume oder Flächen, die Du in der Regel über einen klassischen Mietvertrag mietest. Sie reichen vom Einzelbüro für eine Person über Doppel-, Team-, Gruppen- und Großraumbüro bis zur kompletten Büroetage. Die Belegung folgt der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A1.2, die Raumabmessungen und Flächenbedarf vorgibt.
Einzelbüro
Ein Einzelbüro ist ein geschlossener Büroraum für eine einzige Person. Es bietet die höchste Privatsphäre und eignet sich für konzentrierte Fokusarbeit, vertrauliche Gespräche und Tätigkeiten mit hohem Ruhebedarf. Der Nachteil ist der höhere Flächenbedarf pro Kopf und weniger spontaner Austausch mit Kollegen. Als Faustregel nach ASR A1.2 gelten für Büros bis sechs Personen rund 8 bis 10 Quadratmeter pro Arbeitsplatz.
Doppelbüro
Ein Doppelbüro, auch Zweipersonenbüro, ist ein geschlossener Raum für genau zwei Arbeitsplätze. Es verbindet weitgehende Ruhe mit kurzem Austausch zu zweit und eignet sich für Tandems, kleine Partnerschaften oder eine Leitung mit Assistenz. Der Geräuschpegel bleibt gering, der Flächenbedarf pro Kopf liegt zwischen Einzel- und Mehrpersonenbüro.
Teambüro (Mehrpersonenbüro)
Ein Teambüro, fachlich Mehrpersonenbüro, ist ein geschlossener Raum für mehrere Beschäftigte. Nach ASR A1.2 umfasst ein Mehrpersonenbüro in der Regel bis zu sechs Büro- oder Bildschirmarbeitsplätze. Es eignet sich für kleine Teams, die eng zusammenarbeiten und kurze Abstimmungswege brauchen. Mehr Kommunikation bedeutet allerdings auch mehr Geräuschpegel als im Einzelbüro.
Gruppenbüro
Ein Gruppenbüro ist ein größerer geschlossener Raum für etwa 10 bis 20 Personen, die als Einheit zusammenarbeiten. Es liegt zwischen Mehrpersonen- und Großraumbüro und wird oft mit Raumteilern, Schränken oder Stellwänden in Zonen gegliedert. Es eignet sich für Abteilungen mit hohem Abstimmungsbedarf, bringt aber spürbaren Geräuschpegel mit.
Großraumbüro
Ein Großraumbüro ist eine offene Bürofläche ab 400 Quadratmetern, auf der viele Arbeitsplätze ohne feste Trennwände zusammengefasst sind. Diese Schwelle definiert die ASR A1.2 ausdrücklich. Wegen der höheren Störwirkung sind hier 12 bis 15 Quadratmeter pro Person einzuplanen, deutlich mehr als in kleinen Büros. Großraumbüros sparen Fläche bei vielen Mitarbeitern, fordern aber ein durchdachtes Akustik- und Zonenkonzept.
Multispace-Büro (Open Space)
Ein Multispace-Büro, oft auch Open Space genannt, ist eine offene Bürofläche mit verschiedenen Zonen für unterschiedliche Tätigkeiten, etwa Fokus-, Team- und Begegnungsbereiche. Statt fester Einzelplätze wählst Du je nach Aufgabe den passenden Bereich. Das Konzept setzt auf Flexibilität und Zusammenarbeit, braucht aber klare Regeln und ein gutes Akustikkonzept.
Kombibüro
Ein Kombibüro verbindet kleine Einzelbüros entlang der Fassade mit gemeinsamen Mittelzonen für Austausch, Pausen und Besprechungen. So bekommt jede Person einen Rückzugsort und das Team trotzdem gemeinsame Flächen. Der Nachteil ist ein höherer Platzbedarf als bei rein offenen Konzepten.
Zellenbüro
Ein Zellenbüro besteht aus geschlossenen Einzel- oder Mehrpersonenräumen, die über einen gemeinsamen Flur erschlossen sind. Es ist die klassische Bürostruktur älterer Bürogebäude und bietet viel Ruhe und Privatsphäre. Dafür erschwert die feste Aufteilung spontane Zusammenarbeit über Räume hinweg.
Büroetage
Eine Büroetage ist eine komplette Etage oder großflächige Einheit, die ein Unternehmen als Ganzes mietet und frei aufteilt. Sie eignet sich für größere Firmen, die Räume nach eigenem Bedarf gestalten und teils selbst untervermieten wollen. Wer Teile einer Büroetage nicht nutzt, kann sie gewerblich untervermieten, sofern der Hauptmietvertrag das zulässt.
Flexible Büroarten und geteilte Modelle: Coworking, Flex Office und mehr
Flexible Büroarten kombinieren fertige Infrastruktur mit kurzen Laufzeiten und werden meist als Service oder Mitgliedschaft gebucht, nicht über einen langen Mietvertrag. Dazu zählen Coworking Space, Flex Office, Serviced Office, Bürogemeinschaft, Tagesbüro sowie geteilte Platzmodelle wie Hot Desk, Fix Desk und Desk-Sharing. Laut dem Flex Space Report von Cushman & Wakefield erreichte Flex Office 2018 mit 7,7 Prozent seinen bisherigen Höchstanteil am gesamten Büroflächenumsatz.
Coworking Space
Ein Coworking Space ist eine geteilte Bürofläche, auf der Einzelpersonen und kleine Teams flexible Arbeitsplätze nutzen, oft im offenen Bereich mit Tages- oder Monatszugang. Er eignet sich für Solo-Selbstständige, Freelancer und Gründer, die Community und Netzwerk schätzen. Geteilte Infrastruktur wie Internet, Drucker und Meetingräume ist im Preis enthalten.
Flex Office
Ein Flex Office ist ein privates, abgetrenntes Büro, das auf flexiblen Laufzeiten statt langer Festmietverträge gebucht wird. Es verbindet die Privatsphäre eines eigenen Raums mit kurzen Kündigungsfristen und eignet sich für Teams, die schnell wachsen oder schrumpfen. Als grobe Faustregel rechnest Du für die reine Privatbürofläche mit rund 5 Quadratmetern pro Arbeitsplatz, gemeinsame Flächen kommen hinzu.
Serviced Office und Business Center
Ein Serviced Office, auch Business Center genannt, ist ein vollausgestattetes Büro mit Empfang, Reinigung, Technik und Möblierung. Du ziehst praktisch schlüsselfertig ein und zahlst einen Komplettpreis statt einzelner Betriebskosten. Das eignet sich für Firmen, die eine repräsentative Adresse und sofortige Einsatzbereitschaft ohne eigenen Einrichtungsaufwand wollen.
Bürogemeinschaft
Eine Bürogemeinschaft ist das gemeinsame Nutzen einer Bürofläche durch mehrere eigenständige Personen oder Firmen, die sich Raum und Kosten teilen, aber unabhängig voneinander arbeiten. Sie senkt die Fixkosten und schafft fachlichen Austausch, etwa unter Anwälten, Architekten oder Agenturen. Wichtig ist eine klare Absprache über Kostenteilung und Mitnutzung der Flächen.
Tagesbüro
Ein Tagesbüro ist ein privater Büroraum, der stunden- oder tageweise gemietet wird, statt dauerhaft. Es eignet sich für Geschäftsreisende, Home-Office-Nutzer mit gelegentlichem Repräsentationsbedarf und kurzfristige Kundentermine. Bezahlt wird nur die tatsächliche Nutzungszeit.
Hot Desk
Ein Hot Desk ist ein nicht fest zugewiesener Arbeitsplatz, den Du nach dem Prinzip first come, first served nutzt. Du buchst keinen bestimmten Tisch, sondern setzt Dich an einen freien Platz im geteilten Bereich. Das ist die günstigste und flexibelste Variante im Coworking, bietet aber keine feste Ablage und keinen garantierten Platz.
Fix Desk
Ein Fix Desk, auch Fixed Desk, ist ein fest reservierter eigener Arbeitsplatz innerhalb eines Coworking Space oder geteilten Büros. Anders als beim Hot Desk gehört Dir der Tisch dauerhaft, inklusive eigener Ablage oder Rollcontainer. Das eignet sich für Personen, die jeden Tag denselben Platz und etwas mehr Beständigkeit wollen, ohne ein eigenes Büro zu mieten.
Desk-Sharing
Desk-Sharing, fachlich non-territoriales Büro, ist ein Arbeitsmodell, bei dem sich mehr Mitarbeiter weniger Arbeitsplätze teilen, weil nie alle gleichzeitig vor Ort sind. Es senkt den Flächenbedarf und passt zu hybriden Teams mit wechselnder Anwesenheit. Damit es funktioniert, braucht es Buchungssysteme, Clean-Desk-Regeln und genug Rückzugs- und Fokusflächen.
Virtuelles Büro (Virtual Office)
Ein virtuelles Büro, englisch Virtual Office, ist eine Geschäftsadresse mit Postservice ohne festen physischen Arbeitsplatz. Du nutzt eine repräsentative Adresse für Impressum, Briefkopf und Geschäftspost, arbeitest aber im Home-Office oder mobil. Das eignet sich für Gründer und Solo-Selbstständige, die eine seriöse Adresse brauchen, aber noch keinen eigenen Raum.
Welche Büroart eignet sich für wie viele Mitarbeiter?
Die passende Büroart hängt stark von der Teamgröße ab. Eine Person ist im Einzelbüro, am Hot Desk oder im Coworking Space gut aufgehoben, Teams bis sechs Personen im Teambüro oder Flex Office, größere Abteilungen im Gruppen- oder Großraumbüro, ganze Firmen auf einer eigenen Büroetage. Für die Flächenplanung gibt die ASR A1.2 klare Richtwerte vor.
| Teamgröße | Empfohlene Büroart | Flächenrichtwert |
|---|---|---|
| 1 Person | Einzelbüro, Hot Desk oder Coworking | ab 8 m² Einzelbüro |
| 2 Personen | Doppelbüro | 8 bis 10 m² pro Platz |
| 3 bis 6 Personen | Teambüro oder Flex Office | 8 bis 10 m² pro Platz |
| 7 bis 20 Personen | Gruppen- oder Großraumbüro | 12 bis 15 m² pro Platz Großraum ab 400 m² |
| über 20 Personen | eigene Büroetage | nach eigener Planung |
Diese Werte sind Planungsrichtwerte nach ASR A1.2 und der Einschätzung des Industrieverbands Büro und Arbeitswelt, keine starre Vorgabe für jeden Einzelfall.
Welche Büroart passt zu Dir?
Die Wahl der Büroart richtet sich nach drei Fragen: Wie viele Personen, wie viel Flexibilität, wie viel Budget. Wer maximale Flexibilität braucht, wählt Coworking, Hot Desk oder Tagesbüro. Wer Privatsphäre und eine feste Adresse priorisiert, wählt Einzelbüro, Teambüro oder eine eigene Bürofläche.
- Solo-Selbstständige und Freelancer: Hot Desk im Coworking, Tagesbüro oder virtuelles Büro, wegen geringer Fixkosten und keiner langen Bindung.
- Wer täglich denselben Platz will, ohne eigenes Büro: Fix Desk im Coworking Space.
- Kleine Teams bis sechs Personen: Teambüro oder Flex Office, je nachdem wie planbar das Wachstum ist.
- Hybride Teams mit wechselnder Anwesenheit: Desk-Sharing oder Flex Office.
- Wachsende Firmen: Flex Office oder Serviced Office, weil sich Flächen kurzfristig anpassen lassen.
- Etablierte Unternehmen mit stabilem Personalstand: eigene Bürofläche oder Büroetage, weil pro Quadratmeter am wirtschaftlichsten.
Was bedeutet die Büroart für Miete und Untervermietung?
Für die Miete entscheidet die Büroart über Vertragsdauer, Service und Flexibilität. Klassische Büroarten laufen meist über Mietverträge mit längerer Bindung, flexible Formen über kurze Service- oder Mitgliedschaftsverträge. Wer eine eigene Bürofläche oder Büroetage hat und Teile davon nicht nutzt, kann diese gewerblich untervermieten, sofern der Hauptmietvertrag das zulässt.
Bei gewerblicher Untervermietung ist die Zustimmung des Vermieters entscheidend. Anders als bei Wohnraum hat der gewerbliche Hauptmieter keinen gesetzlichen Anspruch auf Erlaubnis zur Untervermietung, der Vermieter kann sie nach Paragraf 540 BGB ohne Angabe von Gründen verweigern. Genau hier setzt SubOffice an: Auf SubOffice kannst Du freie Büroflächen gewerblich inserieren und passende Untermieter finden. Das Inserieren ist immer kostenlos.
Mehr zu den rechtlichen Spielregeln findest Du im Ratgeber zu Rechten und Pflichten als Hauptmieter. Wenn Du selbst ein Büro suchst, hilft Dir die Übersicht zum Büro mieten weiter, für freie Flächen die Seite zum Büro untervermieten.
Fazit
Büroarten unterscheiden sich vor allem in Belegung, Flexibilität und Serviceumfang, vom geschlossenen Einzelbüro über die geteilten Coworking-Modelle bis zur ganzen Büroetage. Die richtige Wahl ergibt sich aus Teamgröße, gewünschter Bindungsdauer und Budget, nicht aus der Architektur allein.
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